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Nachts muss Ruhe sein - Interview mit Enno Siehr .
Von EXTRABLATT ·· 2010-03-26 18:25

Im Kreis Groß-Gerau geht eine Epoche zu Ende: Am 31. Mai endet nach 18 Jahren die Amtszeit von Landrat Enno Siehr (62). Fast zehn Jahre lang war der SPD-Politiker auch einer der drei Sprecher der Initiative Zukunft Rhein-Main.

Fast zehn Jahre als Sprecher der Initiative Zukunft Rhein-Main aktiv: Landrat Enno Siehr (Fünfter von rechts), hier mit Bürgermeistern aus dem Kreis Groß-Gerau und dem damaligen Regierungspräsidenten Gerold Dieke, bei der Übergabe von Einwendungen gegen den Flughafenausbau.

Herr Siehr, Sie sind einer der bekanntesten Gegner des Flughafenausbaus. Hätten Sie nicht auch nach Ende Ihrer aktiven Zeit ein Sprecher der Initiative Zukunft Rhein-Main bleiben können?

Theoretisch wäre das möglich, sinnvoll ist das nicht. Als ZRM-Sprecher braucht man fachlich qualifizierte Mitarbeiter, ein gutes Büro, muss schnell an wichtige Informationen kommen und schnell reagieren können. Als Landrat a. D. hat man solche Möglichkeiten nicht mehr.

Wie fällt Ihre Bilanz nach fast zehn Jahren Engagement für die Initiative ZRM aus?

Vier Erfolgspunkte möchte ich nennen: 1. Wir haben die Region vor mindestens sechs Jahren zusätzlicher Lärmbelastung bewahrt, denn ursprünglich sollte die neue Bahn ja schon 2006 in Betrieb gehen. 2. Wir haben es geschafft, dass Kommunen und Verbände über fast zehn Jahre hinweg solidarisch für ein großes Ziel – den Erhalt einer lebenswerten Region – zusammengearbeitet haben, und zwar, was mir besonders wichtig ist, über Partei- und Ländergrenzen hinweg. 3. Wir waren in der Auseinandersetzung trotz vergleichsweise beschränkter finanzieller Mittel fachlich auf Augenhöhe mit einem Weltkonzern. 4. Wir haben die Region ein Stück sicherer gemacht: Ohne uns würden demnächst die Jets direkt über einem hochgefährlichen Chemiewerk zum Landeanflug ansetzen.

Was hat sich nicht so eingestellt wie Sie es erwartet oder erhofft haben?

Wir sind natürlich enttäuscht, dass die Landebahn trotz des großen Widerstands in der Region sehr wahrscheinlich doch in Betrieb genommen wird – obwohl wir gute Argumente gegen diesen Ausbau in Beton und für eine intelligente Weiterentwicklung des Flug hafens vorgebracht haben. Regelrecht entsetzt hat mich der Wortbruch der Landes regierung beim Nachtflugverbot: Hier hat die Glaubwürdigkeit von Politik insgesamt Schaden genommen.

Wer wird Ihr Nachfolger als Sprecher der Initiative?

Ich gehe einmal davon aus, dass Thomas Will, mein Nachfolger als Landrat, auch mein Nachfolger als einer der drei ZRMSprecher sein wird. Als Vorsitzender der KAG Flughafen bringt er dazu die besten Voraussetzungen mit.

Was werden die nächsten Aufgaben der Initiative ZRM sein?

Ohne meinen Nachfolgern vorgreifen zu wollen: Meiner Meinung nach geht es zunächst einmal darum, ein tatsächliches Nachtflugverbot durchzusetzen. Die Landes - regierung muss eine umfassende Untersuchung zu den durch Fluglärm verursachten Gesundheitsschäden durchführen. Und dann gibt es auch das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig: Noch ist das letzte Wort in Sachen Ausbau nicht gesprochen

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