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"Fühle mich bestätigt" .
Gespräch mit Bürgermeister Engisch, Kelsterbach
Von EXTRABLATT ·· 2003-06-26

Kaum eine andere Kommune wäre von einem Ausbau des Frankfurter Flughafens so stark betroffen wie die am Untermain gelegene Stadt Kelsterbach (15.471 Einwohner), die unmittelbar an den Airport grenzt. Das Extrablatt sprach mit Bürgermeister Erhard Engisch (57/SPD).

Extrablatt: Herr Engisch, Sie haben immer vor einem Ausbau gewarnt. Sehen Sie sich durch das TÜV-Gutachten zum Chemiewerk Ticona bestätigt?

Erhard Engisch: In der Tat habe ich seit Beginn der Ausbaudiskussion 1997 bei verschiedenen Anlässen auf die Sicherheitsproblematik der Landebahn Nordwest hingewiesen. Als "Provinzbürgermeister" wird man aber bei solchen Fragestellungen nicht ganz ernst genommen. Insofern fühle ich mich durch das TÜV-Gutachten in meiner Auffassung über das hohe Sicherheitsrisiko der geplanten Landebahn bestätigt.

EB: Was müsste Ihrer Meinung nach jetzt geschehen?

E. Engisch: Ganz klar! Eine Bahn mit einem solch hohen Sicherheitsrisiko ist nicht genehmigungsfähig. Zumal sich nicht nur die Ticona, sondern auch andere sicherheitsrelevante Industrieanlagen wie zum Beispiel das Tanklager am Mönchhofdreieck in unmittelbarer Nähe der geplanten Bahn befinden. Die von der Fraport AG angestrebten Verfahren dürfen deshalb erst gar nicht begonnen werden.

EB: Weshalb wollen Sie das Regionale Dialogforum verlassen?

E. Engisch: Eine endgültige Entscheidung habe ich in dieser Frage noch nicht getroffen. Die Entscheidung werde ich aber in enger Abstimmung mit den städtischen Gremien treffen. Dieser Schritt wird uns nicht leicht fallen. Wir müssen uns aber zweierlei vor Augen führen: Zum einen die Gefahr, dass eine Beteiligung im RDF unsere Chancen vor Gericht gegen die geplante Bahn schwächen könnte. Darüber hinaus müssen wir bei der Entscheidung über den Verbleib im RDF bedenken, dass die für Kelsterbach wichtigen Themen im RDF bisher nur ungenügend berücksichtigt wurden.

EB: Nehmen sich die Kommunen durch ihren Rückzug nicht auch Mitgestaltungsmöglichkeiten?

E. Engisch: Bei einer solchen Entscheidung sind natürlich die Vor- und Nachteile abzuwägen. Für mich als Kelsterbacher Bürgermeister ist in dieser Hinsicht die einstimmig gefasste Beschlussvorlage des Kelsterbacher Parlaments maßgebend, die einen Ausbau des Flughafens Frankfurt/Main am bestehenden Standort ablehnt. Und wenn die Mitgliedschaft im RDF diesem Beschluss zuwider läuft, dann werde ich daraus die notwendigen Konsequenzen ziehen. In dieser Haltung weiß ich mich mit den meisten Kolleginnen und Kollegen der anderen Kommunen im RDF einig.

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