Diese Seite wird momentan im vereinfachten Darstellungs- und Betriebsmodus präsentiert. Details >>
Corona-Pause bietet Chance, Strukturen zu verändern
Pressemitteilung vom 20.03.2020
Von: @Initiative Zukunft Rhein-Main <2020-04-20>
Die Initiative „Zukunft Rhein-Main“ (ZRM) sieht in der weitgehenden Zwangspause des Flugverkehrs durch die Corona-Pandemie die Gelegenheit, grundlegend über Strukturänderungen in der Luftverkehrswirtschaft nachzudenken.

Kreis Groß-Gerau / Landeshauptstadt Mainz / Stadt Neu-Isenburg

„Die Anstrengungen für mehr Fluglärmschutz und für höheren Gesundheitsschutz der Menschen im Umfeld des Frankfurter Flughafens müssen weiterhin hohe Priorität haben“, sagt ZRM-Sprecher Thomas Will. Die aktuelle schwere Corona-Krise dürfe nicht dafür missbraucht werden, ein anderes wichtiges Thema auf die lange Bank zu schieben, erklärt der Groß-Gerauer Landrat im Namen der Initiative Zukunft Rhein-Main. „Dass aktuell jedem von uns und der Wirtschaft insgesamt viel abverlangt wird, steht außer Frage. Viele Beschäftigte befinden sich in Kurzarbeit, andere haben sogar ihren Arbeitsplatz verloren. Kleine und mittlere Betriebe kämpfen mit Liquiditätsproblemen. Viele benötigen Unterstützung durch öffentliche Gelder.“

In dieser extremen Situation werde die Krisenanfälligkeit einer globalisierten Welt deutlich. Die globalen Lieferketten seien allzu leicht durchtrennbar. Sie verursachten aber auch gleichzeitig enorme Verkehre, die mit anderen Strukturen zum Teil vermeidbar wären: Produktionsstätten im näheren Umfeld führen zwangsläufig zu kürzeren Verkehrswegen. Auch aus der Wirtschaft selbst kommen aufgrund der Folgen der Corona-Pandemiefolgen diese Forderungen.

„Reisetickets zu Schleuderpreisen, die unnötigen Verkehr erst hervorrufen, darf es Dauer ab jetzt nicht mehr geben“, sagt ZRM-Sprecher Herbert Hunkel (Neu-Isenburg).

„Die Forderung nach einer strukturellen Änderung hin zu mehr klimagerechter Mobilität ist nicht neu“, betont Katrin Eder (Mainz), ebenfalls Sprecherin der ZRM. Wie sinnvoll sie ist, zeige sich gerade jetzt während der Corona-Krise: Diese bedinge einen enorm zurückgefahrenen Flugbetrieb - in der Rhein-Main-Region sei kaum noch Fluglärm zu vernehmen. Die Lebensqualität habe sich bei allen Beschwernissen durch Corona auch verbessert. Aktuelle Zahlen vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) belegten deutlich, dass sich die starke Abnahme der Flugbewegungen auch beim Ultrafeinstaub bemerkbar mache; hier werde ein Rückgang der Konzentrationen um 40 Prozent registriert.

„Daher sollte diese in der Tat ungeplante Ruhepause auch dazu genutzt werden, noch kritischer darüber nachzudenken, wie nachhaltige und sinnvolle Mobilität künftig aussehen kann“, sagt ZRM-Sprecherin Katrin Eder. Wenn derzeit darüber diskutiert werde, dass der Staat wieder bei den Fluggesellschaften einsteigt und so eine mögliche Insolvenz der Unternehmen verhindert, sei dies in der derzeitigen Situation zwar möglicherweise angebracht. „Solch ein Schritt darf aber nicht erfolgen, ohne dass gravierende strukturelle Veränderungen am Gesamtsystem vorgenommen werden“, so ZRM-Sprecher Thomas Will. Die Fehler der Finanzkrise dürften hier nicht wiederholt werden.

Als Beispiel nennt die ZRM die Befreiung von der Kerosinsteuer. „Im Sinne einer aktiven Steuerung durch die Politik ist diese zu überdenken und über diesen Vorteil für die Luftverkehrsindustrie – und dessen mögliche Abschaffung – weiter zu sprechen.“ Immerhin fand bereits im vergangen Sommer eine internationale Tagung zum Thema Kerosinsteuer in den Niederlanden statt. Nachdem Belgien seinen europäischen Partnern die Besteuerung des Luftverkehrs vorgeschlagen hatte, erhielt das Land Unterstützung für seinen Vorschlag von den Niederlanden, Frankreich, Schweden und Luxemburg.

Auf EU-Ebene wird die Frage nach der Besteuerung des Luftverkehrs nach wie vor verstärkt diskutiert. „Und grundsätzlich müsste eine öffentliche Unterstützung direkt an Kriterien einer klimagerechten Mobilität gekoppelt sein“, so die ZRM-Sprecher abschließend in ihrer Mitteilung. 

Themen hierzuAssciated topics:

Fluglärmschutz Steuerbefreiungen bei Kerosin Coronavirus Billigflieger ZRM-Pressemitteilungen Gesundheits-Gefahren Klimaeinflüsse des Flugverkehrs

Das könnte Sie auch interessierenFurther readings:
Der zweite Versuch zur Novellierung des Fluglärmgesetzes
Infos, Kommentare und Material zu einem Vorhaben, das erneut gescheitert ist
Von: @cf <2005-06-05>
Die Bundesregierung startete in 2004 einen weiteren Versuch zur Novellierung des völlig veralteten Fluglärmgesetzes. Doch der verwässerte Kompromiss, auf den man sich im Mai 2005 schließlich einigte, fiel der vorgezogenen Neuwahl des Bundestags zum Opfer.   Mehr»
Bundesregierung beschließt Entwurf für neues Fluglärmgesetz - dritter Anlauf!
Doch so recht ist keiner damit zufrieden
Von: @cf <2006-02-07>
Das Bundeskabinett hat am 1. Februar 2006 den im Mai letzten Jahres wegen der Neuwahl auf Eis gelegten Entwurf für ein neues Fluglärmgesetz erneut beschlossen. Die Luftverkehrswirtschaft hat in diesem Entwurf leider viele Änderungen zu Gunsten der Flughäfen durchgesetzt. Fluglärmbetroffene in der Rhein-Main-Region werden nicht viel davon haben.   Mehr»
Gesund­heit­li­che Aus­wir­kun­gen von Flug­lärm
Übersichtsarbeit von Martin Kaltenbach, Christian Maschke, Rainer Klinke; veröffentlicht im Ärzteblatt
<2008-08-04>
Fluglärmbedingte Dauerschallpegel im Wohnumfeld außerhalb von Gebäuden von 60 dB(A) tagsüber und 45 dB(A) in der Nacht sind mit einer Zunahme von arterieller Hypertonie assoziiert, die bei zunehmendem Fluglärmpegel weiter ansteigt. Das zeigt eine Übersichtsarbeit von Martin Kaltenbach, Christian Maschke, Rainer Klinke, veröffentlicht im Ärzteblatt   Mehr»
Nachts muss Ruhe sein - Wehren Sie sich gegen die geplante Änderung des § 29 b LuftVG!
Von: @Initiative Zukunft Rhein Main <2010-06-30>
Die Bundesregierung plant eine Änderung des Luftverkehrsgesetzes, mit der der Schutz vor nächtlichem Fluglärm aufgeweicht würde. Helfen Sie mit, das zu verhindern - protestieren Sie bei Ihren Bundestagsabgeordneten!    Mehr»
Pressemitteilung des RMI
Zur Stellungnahme der Bundesregierung zum Lärmschutz
<2019-01-16>
In einer Studie wurde untersucht, in welchem Maß sich die Zahl der Flugbewegungen in Europa bei unveränderter Transportleistung reduzieren lässt. Es wird aufgezeigt, dass die erreichbaren Einsparungen außerordentlich hoch sind.   Mehr»
Bundesumweltministerium legt Entwurf für neues Fluglärmgesetz vor
Gibt es bald mehr Schutz vor Fluglärm?
Von: @cf <2004-06-23>
Wird es bald besseren Schutz vor Fluglärm geben? Das Bundesumweltministerium macht einen zweiten Anlauf zu einem neuen Fluglärmgesetz. Am 22.6.2004 wurde der Referentenentwurf zur Novellierung des Gesetzes vorgelegt.   Mehr»
Fluglärmgesetz: Unzureichend und doch unverzichtbar
Umwelt-/Lärmschutzverbände fordern wirksame Grenzwerte
Von: @BUND, BVF, DAL, Germanwatch, ROBIN WOOD und VCD <2004-07-07>
   Mehr»
Forderungen an ein neues Fluglärmgesetz
Pressemitteilung vom 13.09.2004
Von: @Lärmschutzgemeinschaft Flughafen Köln/Bonn <2004-09-13>
   Mehr»
Bürgerinitiativen demonstrierten für ein besseres Fluglärmgesetz
Bericht von der Demo aus Bonn
Von: @cf <2004-09-14>
Am Montag, den 13.9.2004 demonstrierten Bürgerinitiativen aus ganz Deutschland vor dem Umweltministerium in Bonn für ein besseres Fluglärmgesetz. Auch das Bündnis der Bürgerinitiativen war dabei.   Mehr»
BUND: Fraport AG fühlt sich im Lärmschutz nicht an die Mediation gebunden
Pressemitteilung vom 10.09 2004
Von: @BUND <2004-09-10>
   Mehr»
VCD: Vorrang für den Schutz vor Fluglärm - für ein besseres Fluglärmgesetz
Pressemitteilung vom 28.10.2004
Von: @Verkehrsclub Deutschland (VCD) <2004-10-28>
   Mehr»
BMU: Kosten des neuen Fluglärmgesetzes bleiben deutlich unter den Befürchtungen
Arbeitsgruppe einigt sich auf Kostenabschätzung
Von: @Bundesumweltministerium <2005-02-22>
Die Kosten für die Umsetzung des neuen Fluglärmgesetzes liegen bei etwa 614 Mio. Euro und sind damit geringer als von den Flughäfen befürchtet. Zu diesem Ergebnis kam eine Arbeitsgruppe mit Experten aus allen beteiligten Bereichen. Auf 10-15 Jahre umgelegt, wären dies weniger als 1 Euro pro Flugticket.   Mehr»
Bundesregierung einigt sich auf neues Fluglärmgesetz - in Grundzügen
Trittin steckt in einigen Punkten zurück - viele Detailfragen noch offen
Von: @cf <2005-05-21>
Umweltministerium und Verkehrsministerium haben sich offenbar auf ein neues Fluglärmgesetz geeinigt, zumindest in Grundzügen. Angeblich wurde der Entwurf des Umweltministeriums "im Wesentlichen" beibehalten. Details sind bis jetzt noch nicht genannt worden, eventuell sind sie auch noch umstritten.    Mehr»
BVF: Entwurf für Fluglärmgesetz teilweise verfassungswidrig
Pressemitteilung vom 26.05.2005
Von: @Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF) <2005-05-26>
   Mehr»
Karten zur Pressemitteilung der ZRM vom 30.11.2005
Änderung der Lärmbelastung bei Maximalkapazität gegenüber beantragter Kapazität
Von: @Initiative Zukunft Rhein-Main <2005-11-30>
   Mehr»
BFV: Falsche Zahlen zur Novellierung des Fluglärmgesetzes
Pressemitteilung vom 06.02.2006
Von: @Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF) <2006-02-06>
   Mehr»
BBI fordert: Entwurf für neues Fluglärmgesetz so nicht verabschieden!
Brief an die Abgordneten vom 11.06.2006
Von: @Bündnis der Bürgerinitiativen (BBI) <2006-06-13>
Das Bündnis der Bürgerinitiativen bittet die Bundestags-Abgeordneten in einem Brief, den vorliegenden Entwurf für ein neues Fluglärmgesetz abzulehnen.    Mehr»
   Mehr»
Delegationsreise von Kommunalpolitikern in Sachen Novellierung Fluglärmgesetz nach Berlin
Pressemitteilung vom 26.06.2006
Von: @Stadt Raunheim <2006-06-26>
Kommunalpolitiker sowie Vertreter von Lärmschutzverbänden und Bürgerinitiativen aus dem gesamten Bundesgebiet haben am Freitag vor dem Reichstagsgebäude eine Resolution für ein wirksames Fluglärmschutzgesetz übergeben.   Mehr»
* Petition für ein besseres Fluglärmgesetz*
Unterschreiben Sie jetzt!
Von: @cf <2006-11-23>
Eine Petition für ein besseres Fluglärmgesetz steht ab heute zur Mit-Unterzeichnung im Internet bereit. Letzte Chance, an dem unbrauchbaren Entwurf noch etwas zu ändern! Unterschreiben Sie jetzt!   Mehr»
Bundestag beschließt neues Fluglärmgesetz
Die Flughäfen sind zufrieden - die Betroffenen nicht
Von: @cf <2006-12-15>
Der Bundestag hat am 14.12.2006 das neue Fluglärmgesetz beschlossen. Doch das Ziel, den Schutz der Betroffenen vor Fluglärm deutlich zu verbessern, wurde verfehlt   Mehr»
Wer muss im Lärm schlafen?
ZRM Info 18/2011
Von: @ZRM Info 18/2011 <2011-01-18>
Flughafen-Anwohner haben Anspruch auf Schallschutz in ihren Wohnungen. Doch die Landesregierung hat die dazu festzulegenden Schutzbereiche noch nicht definiert. Dabei sind mehrere 100.000 Menschen betroffen.   Mehr»
EUGH: Grundrechte rechtfertigen Maßnahmen zum Lärmschutz an Flughäfen
Pressemitteilung des Gerichts der Europäischen Union vom 17.02.2011
Von: @Gerichtshof der Europäischen Union <2011-02-17>
Nach Ansicht des General­anwalts Cruz Villalón können die Mitglied­staaten Maß­nahmen ergreifen, um in städtischen Gebieten in der Nähe von Flug­häfen das Über­schreiten von Grenz­werten für den Lärm­pegel am Boden zu ahnden.   Mehr»
Die Bildrechte werden in der Online-Version angegeben.For copyright notice look at the online version.

Bildrechte zu den in diese Datei eingebundenen Bild-Dateien:

Hinweise:
1. Die Bilder sind in der Reihenfolge ihres ersten Auftretens (im Quelltext dieser Seite) angeordnet.
2. Beim Anklicken eines der nachfolgenden Bezeichnungen, wird das zugehörige Bild angezeigt.
3, Die Bildrechte-Liste wird normalerweise nicht mitgedruckt,
4. Bildname und Rechteinhaber sind jeweils im Dateinamen des Bildes enthalten.