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A380-Werft-Planungen .
1. Ausbauabschnitt per Ausbau durch die Hintertür: Weitreichende Konsequenzen ergäben sich aus einem Flughafenausbau für das A380-Riesenflugzeug ?
Von PFV ·· 2002-08-21
Verharmlosende Ankündigung:
 
In ihrer Pressemitteilung vom 2002-06-13 (3 Tage nach Abgabe der "Landesplanerischen Beurteilung" des RP Darmstadt) hat die Fraport AG unter dem Titel "Anpassungsmaßnahmen für A380 erfordern eigenes Planfeststellungsverfahren" der Öffentlichkeit nähere Angaben zu den von ihr geplanten 1 Abschnitt der Ausbaumaßnahmen des Frankfurter Flughafens bekannt gegeben.
 
Weitreichende Auswirkungen:
 
Was mit dem verharmlosenden "Anpassungsmaßnahmen" umschrieben wird, würde im Endeffekt eine ganz erhebliche Ausweitung des Verkehrs und der Belastungen der Bevölkerung auf und um den Frankfurter Flughafen herum mit sich bringen. In einem ersten Ausbauabschnitt sollen anscheinend noch vor einem neuen "Terminal 3" und einer neuen Landebahn mit den dazu gehörenden weiteren Bauten bereits sehr schnell wesentliche Bereiche des Flughafens (bestehende Start- und Landebahnen, Vorfeld-Positionen, Wartungshallen, ...) in Angriff genommen werden. Möglicherweise sollen damit auch gleich "nebenbei" noch bereits errichtete Bauten, deren rechtlich gültige Genehmigung heftig umstritten ist, im Nachhinein "abgesegnet" werden.
 
Die wichtigsten Punkte zur 1.Ausbaustufe im Überblick:
  • Die rechtlich umstrittenen Ausbauten (Landebahnen, Terminal 2 sowie unzählige weitere Gebäude und Einrichtungen) des Frankfurter Flughafens der vergangenen Jahre, für die kein Planfeststellungsverfahren durchgeführt wurden, würden voraussichtlich ohne große Umstände und Überprüfungen im Nachhinein genehmigt. Durch diese Ausbauten wurde es jedoch erst möglich, die dem letzten Planfeststellungsverfahren zugrunde liegenden Kapazitäts-Annahmen des Flughafens sowie die Belastungen der Bevölkerung ganz erheblich zu überschreiten !
    => Alle Ausbauten seit der letzten Planfeststellung und ihre Folgen für die Komunen und ihre Bevölkerung müssen im kommenden Planfeststellungsverfahren überprüft werden. Ggf. notwendige Auflagen müssen erlassen werden ! Diese Überprüfungen und Auflagen müssen alle Kommunen im weiten Umkreis des Frankfurter Flughafens einbeziehen.
     
  • Der gewünschte Standort der Wartungshalle liegt nicht nur außerhalb des "Flughafenzauns" und würde damit einen Bruch der langjährigen politischen Versprechungen darstellen, sondern würde erhebliche Mengen des ohnehin zu knappen Waldes im Rhein-Main-Gebiet vernichten. Eine Verlegung der Okrifteler Straße verschlingt ebenfalls viel Wald. Dabei ist mit der direkten Rodung von ca. 20 ha Wald zu rechnen. Weit mehr Waldfläche würde jedoch noch teilweise erheblich geschädigt, weil ihm die bis zu 300m breiten Übergangszonen am Rand fehlten. Eine schwerwiegende Schädigung weiterer großer Waldflächen wäre die Folge.
    => Innerhalb des "Flughafenzauns" gibt es noch erhebliche Brachflächen oder freimachbare Flächen, deren Ausnutzung eine Überschreitung des Flughafenzauns vermeiden würde ! Auch ist nicht zu erkennen, warum eine neue Halle mit derart riesigen Ausmaßen neu erstellt werden muss.
     
  • Durch einen vollen A380-gerechten Ausbau des Frankfurter Flughafens würde seine derzeitige dominante Position zu Lasten der anderen deutschen Flughäfen noch weiter gestärkt. Die wirtschaftliche Monostruktur des Rhein-Main-Gebietes würde sich noch weiter verschlimmern. Die wirtschaftlichen Probleme anderer Flughäfen und ihres Umfeldes würden sich in der Regel verstärken. Die Wünsche der Fluggäste ausserhalb des Rhein-Main-Gebietes nach besseren Flugverbindungen und mehr Direktflügen würden noch mehr konterkariert.
     
  • Durch den Einsatz von A380-Riesenflugzeugen würde die Größe der anderen (Zubringer-) Flugzeuge ebenfalls anwachsen. Die Folge wäre eine erhebliche Mehrbelastung durch Lärm und Schadstoffe. Da nutzt es wenig, wenn der A380 nicht ganz so laut ist, wie z.B. ein Boeing 747-Jumbo ! Ebenfalls anwachsen würde der Zubringerverkehr am Boden: Mehr Lieferverkehr, mehr Personenverkehr => mehr Lärm und Schadstoffe in vielen Kommunen um den Flughafen herum !
     
  • Im Bereich der "Wartungshalle" sind erhebliche Freiflächen für Abstellpositionen geplant. Der aktuelle Engpass an Abfertigungspositionen am Frankfurter Flughafen könnte damit verringert und die Kapazität des Flughafens entsprechend erhöht werden.
    Durch diese großflächigen Betonierungen treten erhebliche Grundwasserversiegelungen ein.
     
  • Die für den Betrieb des A380 (Breite: 80m) notwendigen Verbreiterungen der Start- und Landebahnen verursachen ebenfalls erhebliche weitere Versiegelungen des Bodens.
     
  • Eine Wartungshalle mit den umgebenden Bereichen bringt Triebwerks-Probeläufe und viel lauten Zubringer-Rollverkehr durch Flugzeuge etc. mit sich. Die Belastung durch Bodenlärm wird insbesondere für Walldorf dadurch erheblich ansteigen. Verschlimmert wird diese Situation noch durch die meist vorherrschenden Winde aus westlichen Richtungen. Diese sorgen dafür, dass sich der vom Boden abgestrahlte Lärm bogenförmig (über Gebäude, Schallschutzwände und Wald hinweg) bewegt um dann fokussiert in Walldorf wieder am Boden aufzutreffen. Also ganz anders als z.B. bei der Schallschutzwand im Norden des Flughafens, bei der der Westwind eine nützliche "streuende" Wirkung entfaltet.
     
Kommunen, Umweltverbände und Bürgerinitiativen werden helfen:
 
Wegen der Komplexität der Materie wird es für viele Betroffene BürgerInnen schwierig sein, die Brisanz der Pläne und die Auswirkungen auf den persönlichen Lebenskreis zu erkennen. Daher werden u.A. Bürgerinitiativen aus dem Bündnis der Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau, Kommunen der Initiative Zukunft Rhein-Main und des BUND Hessen praktische Hilfe anbieten. Neben den Informationen auf diesen Seiten sollten Sie die Unterstüzung bei der Erstellung von Einwendungen auf www.profutura.net nutzen.
 
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